Treuhänder finden: Aufgaben, Kosten und die richtige Wahl

Ein Treuhänder führt Buchhaltung, MWST und Löhne, erstellt den Jahresabschluss und die Steuererklärung. Viele Kleinfirmen brauchen davon nur einen Teil. Diese Seite zeigt, welche Aufgaben Sie abgeben sollten, wie Treuhänder abrechnen und woran Sie ein gutes Büro erkennen.

  • Stand 7. November 2026
  • Für Einzelfirmen und GmbH

Aufgaben

Was macht ein Treuhänder?

Treuhänder sind in der Schweiz die Allrounder für Zahlen und Formulare. Die meisten Büros bieten diese sechs Leistungen an, einzeln oder als Paket.

Laufende Buchhaltung

Belege verbuchen, Bank abstimmen, Debitoren und Kreditoren führen. Monatlich oder quartalsweise.

MWST-Abrechnung

Quartalsweise, halbjährlich mit Saldosteuersatz oder jährlich. Mehr dazu unter MWST Schweiz.

Lohnbuchhaltung

Lohnabrechnungen, Meldungen an AHV, BVG und UVG, Lohnausweise. Siehe Lohnbuchhaltung.

Jahresabschluss

Bilanz und Erfolgsrechnung, Abgrenzungen, Abschreibungen, Reserven im Rahmen des Erlaubten.

Steuererklärung

Für die GmbH und privat. Bei der Einzelfirma gehört der Geschäftsabschluss in die private Steuererklärung.

Gründung und Beratung

Rechtsform, Handelsregister, Lohn oder Dividende, Nachfolge. Oft der wertvollste Teil der Zusammenarbeit.

Selbst oder abgeben

Brauche ich einen Treuhänder?

Gesetzlich nicht. Ob Sie einen brauchen, hängt davon ab, wie viel Zeit und Freude Sie an Zahlen haben und wie komplex Ihre Firma ist.

  • Meist selbst machbarEinzelfirma mit Milchbüchlein unter CHF 500'000 Umsatz, wenige Belege, keine Angestellten. Siehe Buchhaltung für die Einzelfirma.
  • MischformSie schreiben Rechnungen und verbuchen laufend in einer Software, der Treuhänder macht den Jahresabschluss und die Steuererklärung. Das ist die häufigste Lösung bei Kleinfirmen.
  • Besser abgebenGmbH mit Angestellten, MWST nach effektiver Methode, Liegenschaften im Geschäftsvermögen oder Wachstum mit neuen Fragen.
Lohnbuchhalterin im Treuhandbüro
Häufigste LösungSoftware plus Abschluss
Milchbüchleinbis CHF 500'000 Umsatz
Mischform mit Software

Wer Offerten, QR-Rechnungen und Belege laufend in einer Cloud-Buchhaltung erfasst, liefert dem Treuhänder am Jahresende eine fertige Buchhaltung statt eines Schuhkartons. Das senkt den Aufwand für den Abschluss deutlich. Fragen Sie vorher, mit welchem Programm das Büro arbeitet und ob es direkten Zugriff möchte.

Werbung: Partnerlink. Für Sie ändert sich am Preis nichts.

Kosten

Was kostet ein Treuhänder?

Eine amtliche Preisliste gibt es nicht. Die Ansätze unterscheiden sich nach Region, Qualifikation und Aufgabe deutlich. Entscheidend für Ihre Rechnung sind drei Dinge.

Stunden

Nach Aufwand

Der klassische Weg: Stundenansatz mal Zeit. Ein Mandatsleiter mit eidgenössischem Fachausweis kostet mehr als eine Sachbearbeiterin, die Belege verbucht.

Pauschale

Monatlicher Fixpreis

Viele Büros bieten Pakete für Buchhaltung und MWST mit Akontozahlungen und einer Schlussrechnung nach dem Abschluss.

Belege

Ihre Vorarbeit

Geordnete, vollständige Belege und eine laufend geführte Buchhaltung sind der grösste Hebel für tiefere Kosten.

So vergleichen Sie Offerten

Fragen Sie zwei bis drei Büros mit denselben Angaben an: Rechtsform, Umsatz, Anzahl Belege pro Monat, Angestellte, MWST-Methode und was Sie selbst erledigen.

Kosten pro Jahr = Pauschale × 12 + Jahresabschluss + Steuererklärung + Stunden für Beratung

Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, was in der Pauschale enthalten ist und wie Zusatzaufwand verrechnet wird.

Qualifikation

Woran Sie einen guten Treuhänder erkennen

Wer sich Treuhänder nennen darf, ist in den meisten Kantonen nicht geregelt. Der Kanton Tessin verlangt für Treuhandtätigkeiten eine Bewilligung. Umso wichtiger sind nachweisbare Ausbildung und Erfahrung.

  • Eidgenössischer Fachausweis Treuhänderin oder Treuhänder mit eidg. Fachausweis ist die gängige Weiterbildung für Mandatsleitungen.
  • Diplom Eidg. diplomierte Treuhandexpertinnen und -experten oder Steuerexperten für anspruchsvolle Fälle.
  • Verband Mitgliedschaft bei TREUHAND|SUISSE oder EXPERTsuisse, beide mit Standesregeln und Weiterbildungspflicht.
  • Branchenerfahrung Ein Büro, das schon Coiffeursalons, Handwerksbetriebe oder IT-Freelancer betreut, kennt Ihre typischen Fragen.
  • Versicherung Eine Berufshaftpflichtversicherung deckt Fehler des Büros. Fragen Sie danach.
  • Erreichbarkeit Wer beantwortet Fragen unter dem Jahr, und wie schnell? Eine feste Ansprechperson ist mehr wert als ein grosses Büro.

Auswahl

Treuhänder finden in fünf Schritten

Ob Treuhänder in Zürich, Bern oder Luzern: Ein Büro in der Nähe hilft bei Gesprächen vor Ort, nötig ist es dank digitaler Belege nicht mehr.

  1. Bedarf aufschreiben

    Rechtsform, Umsatz, Belege pro Monat, Angestellte, MWST. Und was Sie selbst machen wollen.

  2. Kandidaten suchen

    Empfehlungen aus Ihrer Branche, das Mitgliederverzeichnis der Verbände, Ihre Bank oder das regionale Gewerbe.

  3. Offerten einholen

    Mit denselben Angaben bei zwei bis drei Büros. Fragen Sie nach Pauschale, Stundenansatz und Arbeitsweise.

  4. Erstgespräch führen

    Passt die Chemie? Erklärt das Büro verständlich? Arbeitet es mit Cloud-Software und digitalen Belegen?

  5. Mandat schriftlich festhalten

    Leistungen, Fristen, Honorar, Zugriffsrechte und wie die Unterlagen bei einem Wechsel übergeben werden.

Revision

Ist der Treuhänder auch die Revisionsstelle?

Selten.

Revisionen dürfen nur Personen und Firmen mit Zulassung der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde durchführen. Viele kleine GmbH verzichten mit Zustimmung aller Gesellschafter ganz auf die Revision.

  1. Opting-outMöglich bei höchstens zehn Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt und Zustimmung aller Gesellschafter. Dann prüft niemand von aussen. Mehr unter Buchhaltung der GmbH.
  2. Eingeschränkte RevisionBraucht eine zugelassene Revisorin. Wer die Buchhaltung führt, darf nur unter Bedingungen auch revidieren.
  3. EinzelfirmaKeine Revisionspflicht. Hier ist der Treuhänder nur für Buchhaltung, Abschluss und Steuern da.

Zusammenarbeit

Mit dem Treuhänder in derselben Buchhaltung arbeiten

Am wenigsten kostet die Zusammenarbeit, wenn Sie und das Büro im selben Programm arbeiten. Sie schreiben Offerten und QR-Rechnungen und laden Belege hoch, das Büro bucht nach und schliesst ab.

  • Rechnungen laufendQR-Rechnungen und Mahnungen direkt aus dem Programm, Zahlungen werden zugeordnet.
  • Belege digitalFotografieren statt sammeln. Die Aufbewahrung von zehn Jahren gilt auch für digitale Belege.
  • MWST vorbereitetDas Formular füllt sich mit jeder Buchung, der Treuhänder prüft und reicht ein.
Mann rechnet am Küchentisch
Aufbewahrung10 Jahre

Fragen

Häufige Fragen zum Treuhänder

Wann eine GmbH sinnvoller ist als eine Einzelfirma, steht unter GmbH gründen.

Antworten

Was macht ein Treuhänder?

Er führt die Buchhaltung, rechnet MWST und Löhne ab, erstellt den Jahresabschluss und die Steuererklärung und berät bei Gründung, Steuern und Nachfolge. Welche Leistungen Sie beziehen, legen Sie im Mandat fest.

Braucht eine Einzelfirma einen Treuhänder?

Nein, gesetzlich nicht. Viele Einzelfirmen führen ihr Milchbüchlein oder ihre Buchhaltung selbst und holen den Treuhänder nur für den Jahresabschluss und die Steuererklärung.

Was kostet ein Treuhänder in der Schweiz?

Das hängt von Region, Qualifikation und Aufgabe ab. Abgerechnet wird nach Stunden oder mit Monatspauschalen. Holen Sie mit denselben Angaben zwei bis drei Offerten ein und lassen Sie sich bestätigen, was enthalten ist.

Ist Treuhänder ein geschützter Beruf?

Grundsätzlich nicht. Ausnahmen gibt es in einzelnen Kantonen, etwa im Tessin, wo Treuhandtätigkeiten eine Bewilligung brauchen. Achten Sie auf einen eidgenössischen Fachausweis oder ein Diplom und auf eine Verbandsmitgliedschaft.

Kann ich den Treuhänder wechseln?

Ja, ein Mandat ist in der Regel jederzeit kündbar. Wichtig ist eine geordnete Übergabe der Buchhaltung, der Belege und der offenen Fristen. Am einfachsten geht das zum Ende eines Geschäftsjahres.

Quellen und Stand

Keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Zweifel fragen Sie die ESTV, Ihre Ausgleichskasse oder ein Treuhandbüro.

Rechnungen, Buchhaltung und MWST in einem Programm

bexio 30 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte. Danach ab CHF 35 pro Monat im Jahresabo, exklusive MWST.

bexio kostenlos testen

Werbung: Partnerlink. Schliessen Sie ein Abo ab, erhalten wir eine Provision.