Aufgaben
Was macht ein Treuhänder?
Treuhänder sind in der Schweiz die Allrounder für Zahlen und Formulare. Die meisten Büros bieten diese sechs Leistungen an, einzeln oder als Paket.
Laufende Buchhaltung
Belege verbuchen, Bank abstimmen, Debitoren und Kreditoren führen. Monatlich oder quartalsweise.
MWST-Abrechnung
Quartalsweise, halbjährlich mit Saldosteuersatz oder jährlich. Mehr dazu unter MWST Schweiz.
Lohnbuchhaltung
Lohnabrechnungen, Meldungen an AHV, BVG und UVG, Lohnausweise. Siehe Lohnbuchhaltung.
Jahresabschluss
Bilanz und Erfolgsrechnung, Abgrenzungen, Abschreibungen, Reserven im Rahmen des Erlaubten.
Steuererklärung
Für die GmbH und privat. Bei der Einzelfirma gehört der Geschäftsabschluss in die private Steuererklärung.
Gründung und Beratung
Rechtsform, Handelsregister, Lohn oder Dividende, Nachfolge. Oft der wertvollste Teil der Zusammenarbeit.
Selbst oder abgeben
Brauche ich einen Treuhänder?
Gesetzlich nicht. Ob Sie einen brauchen, hängt davon ab, wie viel Zeit und Freude Sie an Zahlen haben und wie komplex Ihre Firma ist.
- Meist selbst machbarEinzelfirma mit Milchbüchlein unter CHF 500'000 Umsatz, wenige Belege, keine Angestellten. Siehe Buchhaltung für die Einzelfirma.
- MischformSie schreiben Rechnungen und verbuchen laufend in einer Software, der Treuhänder macht den Jahresabschluss und die Steuererklärung. Das ist die häufigste Lösung bei Kleinfirmen.
- Besser abgebenGmbH mit Angestellten, MWST nach effektiver Methode, Liegenschaften im Geschäftsvermögen oder Wachstum mit neuen Fragen.

Wer Offerten, QR-Rechnungen und Belege laufend in einer Cloud-Buchhaltung erfasst, liefert dem Treuhänder am Jahresende eine fertige Buchhaltung statt eines Schuhkartons. Das senkt den Aufwand für den Abschluss deutlich. Fragen Sie vorher, mit welchem Programm das Büro arbeitet und ob es direkten Zugriff möchte.
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Kosten
Was kostet ein Treuhänder?
Eine amtliche Preisliste gibt es nicht. Die Ansätze unterscheiden sich nach Region, Qualifikation und Aufgabe deutlich. Entscheidend für Ihre Rechnung sind drei Dinge.
Stunden
Nach Aufwand
Der klassische Weg: Stundenansatz mal Zeit. Ein Mandatsleiter mit eidgenössischem Fachausweis kostet mehr als eine Sachbearbeiterin, die Belege verbucht.
Pauschale
Monatlicher Fixpreis
Viele Büros bieten Pakete für Buchhaltung und MWST mit Akontozahlungen und einer Schlussrechnung nach dem Abschluss.
Belege
Ihre Vorarbeit
Geordnete, vollständige Belege und eine laufend geführte Buchhaltung sind der grösste Hebel für tiefere Kosten.
Fragen Sie zwei bis drei Büros mit denselben Angaben an: Rechtsform, Umsatz, Anzahl Belege pro Monat, Angestellte, MWST-Methode und was Sie selbst erledigen.
Kosten pro Jahr = Pauschale × 12 + Jahresabschluss + Steuererklärung + Stunden für Beratung
Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, was in der Pauschale enthalten ist und wie Zusatzaufwand verrechnet wird.
Qualifikation
Woran Sie einen guten Treuhänder erkennen
Wer sich Treuhänder nennen darf, ist in den meisten Kantonen nicht geregelt. Der Kanton Tessin verlangt für Treuhandtätigkeiten eine Bewilligung. Umso wichtiger sind nachweisbare Ausbildung und Erfahrung.
- Eidgenössischer Fachausweis Treuhänderin oder Treuhänder mit eidg. Fachausweis ist die gängige Weiterbildung für Mandatsleitungen.
- Diplom Eidg. diplomierte Treuhandexpertinnen und -experten oder Steuerexperten für anspruchsvolle Fälle.
- Verband Mitgliedschaft bei TREUHAND|SUISSE oder EXPERTsuisse, beide mit Standesregeln und Weiterbildungspflicht.
- Branchenerfahrung Ein Büro, das schon Coiffeursalons, Handwerksbetriebe oder IT-Freelancer betreut, kennt Ihre typischen Fragen.
- Versicherung Eine Berufshaftpflichtversicherung deckt Fehler des Büros. Fragen Sie danach.
- Erreichbarkeit Wer beantwortet Fragen unter dem Jahr, und wie schnell? Eine feste Ansprechperson ist mehr wert als ein grosses Büro.
Auswahl
Treuhänder finden in fünf Schritten
Ob Treuhänder in Zürich, Bern oder Luzern: Ein Büro in der Nähe hilft bei Gesprächen vor Ort, nötig ist es dank digitaler Belege nicht mehr.
- Bedarf aufschreiben
Rechtsform, Umsatz, Belege pro Monat, Angestellte, MWST. Und was Sie selbst machen wollen.
- Kandidaten suchen
Empfehlungen aus Ihrer Branche, das Mitgliederverzeichnis der Verbände, Ihre Bank oder das regionale Gewerbe.
- Offerten einholen
Mit denselben Angaben bei zwei bis drei Büros. Fragen Sie nach Pauschale, Stundenansatz und Arbeitsweise.
- Erstgespräch führen
Passt die Chemie? Erklärt das Büro verständlich? Arbeitet es mit Cloud-Software und digitalen Belegen?
- Mandat schriftlich festhalten
Leistungen, Fristen, Honorar, Zugriffsrechte und wie die Unterlagen bei einem Wechsel übergeben werden.
Revision
Ist der Treuhänder auch die Revisionsstelle?
Selten.
Revisionen dürfen nur Personen und Firmen mit Zulassung der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde durchführen. Viele kleine GmbH verzichten mit Zustimmung aller Gesellschafter ganz auf die Revision.
- Opting-outMöglich bei höchstens zehn Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt und Zustimmung aller Gesellschafter. Dann prüft niemand von aussen. Mehr unter Buchhaltung der GmbH.
- Eingeschränkte RevisionBraucht eine zugelassene Revisorin. Wer die Buchhaltung führt, darf nur unter Bedingungen auch revidieren.
- EinzelfirmaKeine Revisionspflicht. Hier ist der Treuhänder nur für Buchhaltung, Abschluss und Steuern da.
Zusammenarbeit
Mit dem Treuhänder in derselben Buchhaltung arbeiten
Am wenigsten kostet die Zusammenarbeit, wenn Sie und das Büro im selben Programm arbeiten. Sie schreiben Offerten und QR-Rechnungen und laden Belege hoch, das Büro bucht nach und schliesst ab.
- Rechnungen laufendQR-Rechnungen und Mahnungen direkt aus dem Programm, Zahlungen werden zugeordnet.
- Belege digitalFotografieren statt sammeln. Die Aufbewahrung von zehn Jahren gilt auch für digitale Belege.
- MWST vorbereitetDas Formular füllt sich mit jeder Buchung, der Treuhänder prüft und reicht ein.

Fragen
Häufige Fragen zum Treuhänder
Wann eine GmbH sinnvoller ist als eine Einzelfirma, steht unter GmbH gründen.
Antworten
Was macht ein Treuhänder?
Er führt die Buchhaltung, rechnet MWST und Löhne ab, erstellt den Jahresabschluss und die Steuererklärung und berät bei Gründung, Steuern und Nachfolge. Welche Leistungen Sie beziehen, legen Sie im Mandat fest.
Braucht eine Einzelfirma einen Treuhänder?
Nein, gesetzlich nicht. Viele Einzelfirmen führen ihr Milchbüchlein oder ihre Buchhaltung selbst und holen den Treuhänder nur für den Jahresabschluss und die Steuererklärung.
Was kostet ein Treuhänder in der Schweiz?
Das hängt von Region, Qualifikation und Aufgabe ab. Abgerechnet wird nach Stunden oder mit Monatspauschalen. Holen Sie mit denselben Angaben zwei bis drei Offerten ein und lassen Sie sich bestätigen, was enthalten ist.
Ist Treuhänder ein geschützter Beruf?
Grundsätzlich nicht. Ausnahmen gibt es in einzelnen Kantonen, etwa im Tessin, wo Treuhandtätigkeiten eine Bewilligung brauchen. Achten Sie auf einen eidgenössischen Fachausweis oder ein Diplom und auf eine Verbandsmitgliedschaft.
Kann ich den Treuhänder wechseln?
Ja, ein Mandat ist in der Regel jederzeit kündbar. Wichtig ist eine geordnete Übergabe der Buchhaltung, der Belege und der offenen Fristen. Am einfachsten geht das zum Ende eines Geschäftsjahres.
Quellen und Stand
- KMU-Portal des Bundes: Welche Art von Buchhaltung muss geführt werden?, abgerufen am 7. November 2026
- Obligationenrecht Art. 957 (Buchführungspflicht), Art. 958f (Aufbewahrung), Art. 727a (Opting-out) und Art. 729 (Unabhängigkeit bei der eingeschränkten Revision), fedlex.admin.ch
- Zulassung von Revisorinnen und Revisoren: Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB, rab-asr.ch
Keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Zweifel fragen Sie die ESTV, Ihre Ausgleichskasse oder ein Treuhandbüro.
